BEGINN

Nie mehr hätte

Hamburg, 16. Januar 2018

Wäre ich doch damals nur zum 75. Geburtstag meiner Oma gefahren. Aber ich tat es nicht. Ich steckte zu der Zeit gerade in meinem ersten Praktikum, das mir sehr viel Spaß machte, und glaubte, unentbehrlich zu sein. Nur ein paar Monate später starb meine Oma, ohne dass ich noch einmal bei ihr war. Noch Jahre später begann ich Gespräche über sie mit "Hätte ich sie bloß besucht" oder "Wäre ich doch an ihrem Geburtstag nur bei ihr gewesen". Zu spät.

 

Es sind diese unumkehrbaren Entscheidungen, an denen ich manchmal verzweifle. Oft sind es Entscheidungen, die ich schnell getroffen habe, ohne mögliche Konsequenzen wirklich zu überdenken. Entscheidungen aus einem ersten Impuls heraus: Ich versuche mich zu drücken, vor etwas Unangenehmem, etwas Nervigem oder etwas Schmerzhaftem. Manchmal ist es auch einfach so, dass mir etwas anderes gerade wichtiger oder spannender erscheint. Wie das Praktikum damals. Ich belüge mich selbst in solchen Momenten. Glaube wirklich, nicht abkömmlich zu sein. Denke nicht daran, dass manches sich nicht verschieben lässt. Und es irgendwann zu spät sein könnte.

 

Manchmal geht es gut mit solchen Entscheidungen. Wenn nicht, bereue ich es sehr. Ich möchte das nicht mehr. Ich will nicht mehr "Hätte, könnte, wäre ich doch" sagen. Besonders dann nicht, wenn es um Menschen geht, die mir wichtig sind. Ich nutze jetzt die Gelegenheiten, sie zu sehen. Ich habe mich entschieden. Und daran wird nicht mehr gerüttelt.

Alles Liebe

 

 

                             
                                                                    sinja@flow-magazin.de

 

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