BEGINN

Vertrauen

Hamburg, 28. November 2017

Wieder ein Jahr vorbei und wieder schleppe ich mich mit letzter Kraft ins Ziel. Taumle erschöpft über die Zielline - und dann ist: Weihnachten. Ich würde so gerne schlafen und ausruhen. Stattdessen beginne ich vorzu­bereiten. Meine Eltern kommen. Der Baum soll schön sein. Die Geschenke möchte ich selber einpacken, und ich würde so gerne mal ein Menü kochen an Heiligabend. Alle sollen sich rundum wohlfühlen. Ich möchte, dass genug zu essen da ist, dass sich die Kinder wirklich freuen über ihre Geschenke. Ich plane den Ablauf, versuche alles vorzubereiten. Und je hektischer es wird, umso mehr versuche ich, alles zu kontrollieren. Dass mein Mann das Gemüse richtig schneidet. Dass die Kinder fest­liche Kleider tragen. Dass jeder ein Tischkärtchen auf seinem Platz hat. Und je angestrengter ich versuche, die Kontrolle zu behalten, desto mehr entgleiten mir die Dinge. Wie kann das sein?

 

In einem Buch über das Geheimnis glücklicher Menschen habe ich neu­lich gelesen, dass es nicht die Kontrolle ist, die hilft, es ist das Vertrauen. Wahrscheinlich ist es einfach so: Ich muss lernen, zu vertrauen. Meinem Mann, dass er das schon richtig macht mit dem Gemüse. Und den Kindern, dass sie das schon hinkriegen - nicht nur mit den Kleidern an Weihnachten. Nein, auch das mit den Hausaufgaben und dem Schließen von Freundschaften in der neuen Schule. Meiner Familie sollte ich vertrauen, dass wir gemeinsam einen schönen Weihnachtsabend haben werden. Und auch darauf, dass ich meinen Liebsten wichtiger bin als ein schön gedeckter Tisch. Ich finde, das könnte am Ende eines Jahres ein guter Anfang für das nächste sein: Vertrauen.

 

Alles Liebe

                             
                       sinja@flow-magazin.de

 

Immer über Flow informiert sein? Folgt uns auf Facebook (Flow Magazin), auf Twitter (@FlowMagazin) oder besucht uns bei Instagram (Flow_Magazin).