Beginn

Wild leben

Hamburg, 18.07.2017

 

"Du fragst mich, was soll ich tun? Und ich sage: Lebe wild und gefährlich, Arthur!" Dieser Spruch stand auf einer Karte, die ich mit 16 gekauft habe. Die Karte habe ich zwar nicht mehr, aber die Worte begleiten mich bis heute. Denn oft wünsche ich mir jemanden, den ich fragen könnte, was ich tun soll. Es ist ja manchmal so eine Sache, etwas zu entscheiden. Dann habe ich natürlich schon ein Bauchgefühl, das mir zeigt, was ich will. Aber mein Kopf sagt, dass das nicht okay ist. Dass es nicht geht, einen Geburtstag abzusagen, weil mir die weite Anreise zu anstrengend ist. Dass es nicht okay ist, die Freundin nicht einzuladen, weil sie mich emotional so auslaugt und ich sie einfach nicht dabei haben möchte. Dann frage ich mich: Was soll ich tun? Wild und gefährlich leben - und die Wahrheit sagen? Vielleicht ist es manchmal besser, einfach zu sagen, wie es einem geht. Das Gespräch zu suchen. Auf Verständnis zu hoffen.

 

Neulich habe ich das versucht. Bei einem guten Freund, der weit weg wohnt und oft seinen Frust per Telefon bei mir ablädt. Ihm geht es danach besser, mir liegt sein Leid schwer auf der Seele. Ich sagte ihm, wie sehr mich sein Kummer umtreiben und dass ich mich hilflos fühlen würde, weil ich auf diese Entfernung nichts für ihn tun könne. Jetzt sind wir verabredet. Zu einem Treffen im echten Leben. Um füreinander da zu sein. Eine gute Entscheidung, finde ich.

 

Alles Liebe

                             
                       sinja@flow-magazin.de

 

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